Doppelte Rendite: Wie Big Data am Finanzmarkt überzeugt

Keine Emotionen, kein falscher Stolz, stattdessen (Unmengen an) Fakten: Das ist das Erfolgsrezept von Big Data Analysen bei Anlagestrategien. Die Zahlen können sich dabei durchaus sehen lassen.

Denn Hedgefonds, die ihre Investments mit Hilfe von künstlicher Intelligenz tätigen, haben seit 2011 mehr als doppelt so viel Rendite erwirtschaftet als die gesamte Branche. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Analysefirma Eurekahedge mit Sitz in New York und Singapur. Immerhin können die Maschinen riesige Datenmengen schneller erfassen und somit zeitnah auf den Markt reagieren.

Dem Computer sind Kurskorrekturen nicht peinlich

Dabei ist es manchmal von Vorteil, wenn der Faktor Mensch nicht dazwischenfunkt. „Welcher menschliche Fondsmanager würde einmal pro Woche seine Anlagestrategie ändern? Dem wäre das unangenehm, wahrscheinlich sogar peinlich”, erklärt der CEO des südafrikanischen Finanzanbieters Sanlam, David Itzkovits. „Einem Computer ist das egal.“

Außerdem können Rechner dank des massiven technischen Vorsprungs der letzten Jahre inzwischen auch Daten auswerten, die in keine Tabellen passen. Unstrukturierte Daten nennt man solche im Fachjargon, und gerade sie können entscheidende Hinweise auf künftige Entwicklungen liefern.

Zum Beispiel konnten einige KIs den massiven Kursverfall des US-Sportartikelherstellers Under Armour, der für viele klassische Anleger überraschend kam, vorhersehen. Schließlich wurden bei Big Data Analysen auch zahlreiche Faktoren mitbedacht, die menschlichen Finanzmanagern oft nicht auffallen. Ein Einbruch bei Jobausschreibungen auf der Unternehmenswebsite kann so durch automatische Prozesse als Warnsignal gewertet werden.

Big Player investieren in Big Data

Doch nicht nur als Konkurrenz zum Fondsmanager, auch als Investmentmöglichkeit lässt Big Data auf dem Aktienmarkt aufhorchen. Fondsmanagerin Nan Zhang vom Edmond de Rothschild Fund investiert laut eigenen Angaben inzwischen zu 50 Prozent in Unternehmen, die den Big Data Bereich technisch voranbringen. Für sie sind Daten „das Öl des 21. Jahrhunderts“. Auch die Allianz-Gruppe hat bereits einen eigenen Big-Data-Fonds auf den Markt gebracht. „KI hat das Potenzial, ganze Industrien zu revolutionieren“, ist der Leiter des Privatkundengeschäfts in Europa, Mathias Müller, von seinem Investment überzeugt.

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Foto: pexels.com, energepic.com