Verkehrsplanung Big Data

Datenbasierte Verkehrsplanung: Wie Big Data den Verkehr steuert

17.00, Feierabend. Eigentlich möchte man jetzt so schnell wie möglich nach Hause und die freie Zeit genießen. Wie so oft staut sich jedoch der Verkehr und die Autokolonnen bewegen sich nur zäh vorwärts. Dass die Verkehrsplanung besonders im städtischen Raum vor großen Herausforderungen steht, ist kein Geheimnis. Es besteht Bedarf an neuen, nachhaltigen Verkehrskonzepten, die Entlastung versprechen – und Big-Data-Analysen sollen dabei helfen.

Mit Mobilfunkdaten zu nachhaltiger Verkehrsplanung

Um den Verkehr nachhaltig und intelligent planen zu können, benötigt man präzise Daten. Eine Möglichkeit bildet die zu den bereits existierenden Erkenntnissen ergänzende Analyse von Mobilfunkdaten. So entstand in Deutschland beispielsweise eine Kooperation zwischen dem Telekommunikationsunternehmen Telefónica NEXT und Intraplan, einem auf den Verkehrssektor spezialisierten Beratungsunternehmen.

Die Grundlage bildet hier eine Menge an gesammelten Mobilfunkdaten, die man vor der Auswertung anonymisiert, und mithilfe derer man Bewegungsströme berechnen kann. Zum einen konnte man so die Verkehrsmenge, die Wahl der Verkehrsmittel sowie der Route genau rekonstruieren. Zum anderen hat man sich auf situative Analysen konzentriert. Beispielsweise untersuchte man die gesamte Verkehrssituation während eines Fußballspiels in der Münchner Allianz Arena. Mit den gewonnenen Erkenntnissen prognostizierte man die voraussichtlichen Verkehrswege der Fußballfans, die dann auch auf das Stadion an der Grünwalder Straße angewendet werden können. So lassen sich auch in Zukunft Prognosen für bestimmte Situationen erstellen.

“Die Stadt aus Fahrradperspektive

Die datenbasierte Analyse und Verkehrsplanung beschränkt sich aber nicht nur auf den Autoverkehr. In Zusammenarbeit mit der niederländischen Universität NHTV hat das Grazer Startup Bike Citizens eine App entwickelt, die die städtische Planung aus der Sicht von Fahrradfahrern verbessern soll. Das ganze erfolgt über anonymisierte GPS-Daten, die mit der Bike Citizen App gesammelt und mit Zustimmung der Nutzer analysiert werden. Ziel ist es, das Fahrradnetz zu optimieren indem man unter anderem Lücken schließt und Einbahnen öffnet. Den Erfolg der Maßnahmen misst und evaluiert man dann mittels Wegzeiten-Analysen.

Der Umwelt zuliebe

Setzt man also digitale Lösungen im urbanen Raum geschickt ein, so ergeben sich einige Chancen. Zu den Zielen einer nachhaltigen Verkehrsplanung gehören unter anderem eine effizientere Entlastung des Verkehrs, verbesserter Nahverkehr und Prognosen bei bestimmten verkehrsintensiven Situationen. Außerdem will man eben die Optimierung des Radnetzes im städtischen Bereich forcieren, die den Fahrradverkehr weiter stärken soll – und davon profitiert nicht nur die Stadtbevölkerung, sondern auch unsere Umwelt.

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