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Wie revolutionieren Big-Data-Analysen die heutige Entwicklungshilfe?

Schon vor Jahren, als der Big Data-Begriff noch relativ neu und unbekannt war, war man in der Entwicklungshilfe bereits von zukunftsorientierten Technologien überzeugt. Mit ihrer „Agenda2030 für nachhaltige Entwicklung“ haben die Vereinten Nationen 17 dringende Ziele festgesetzt, die man bis zum Jahr 2030 erreichen will. Dabei stellt der gezielte Einsatz von Big-Data-Technologien eine entscheidende Komponente dar. Wie werden die Auswertungen der exponentiell steigenden Datenmasse im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit nun aber konkret eingesetzt? Und welche Rolle spielt der Privatsektor? Für wen könnte hier ein Risiko entstehen?

Mit Big Data im Kampf gegen Hungersnot und Epidemie

Big-Data-Technologien unterstützen Entwicklungshelfer in den unterschiedlichsten Bereichen wie Bildung, Umwelt und Gesundheit. Beispielsweise erarbeitete man Konzepte, mit denen durch die strategische Analyse von Mobilfunkdaten Epidemien oder Hungersnöte prognostiziert werden können. Auch die Senkung der Müttersterblichkeitsraten oder Lösungen zum Katastrophenschutz und Umweltproblemen können mit soliden Datenauswertungen vorangetrieben werden. Sogar im Zusammenhang mit der Verwirklichung von Friedensvereinbarungen oder aber der Erforschung aktueller „Trends in der Flüchtlingskrise Europas“ wenden Forscher Big-Data-Analysen an.

Der Privatsektor hilft

Zentraler Faktor beim Einsatz von Big-Data-Technologien sind natürlich die zu verarbeitenden Daten. Dabei spielt die UN Global Pulse, eine öffentlich-private Initiative zur effektiven Nutzung der Datenmassen, eine bedeutende Rolle. Data Scientists arbeiten hier zu einem gewissen Grad mit privaten Daten von Anbietern wie Facebook, Twitter oder Amazon. Nun stellt sich aber die Frage: Könnte deren Weitergabe nicht auch ein Risiko bedeuten?

Data Privacy in der Entwicklungshilfe

Eng verbunden mit dem Begriff Big Data ist häufig der Datenschutz beziehungsweise die Angst vor dem nachlässigen Umgang mit privaten Informationen. Das stellt besonders für Menschen aus Ländern mit autoritärem Regime ein gewisses Risiko dar. Denn geht man mit den Daten von Oppositionellen oder Flüchtlingen zu leichtsinnig um, könnte man deren Sicherheit unter Umständen gefährden.

Der Einsatz von Big Data ist in der Entwicklungshilfe also vielfältig. Ob zur besseren Koordination von Hilfsmaßnahmen oder der Prognose von Epidemien… Die strategische Nutzung von Big-Data-Technologien leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung unserer dringenden Entwicklungsziele. Gleichzeitig müssen jedoch die bedeutenden Ressourcen und das Wissen aus dem privaten Bereich transparent und mit Bedacht genutzt werden.

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