Fußball big Data

Verändert Big Data den Fußball?

Alle (4) Jahre wieder: Fußball WM

Diese Woche ist es wieder soweit: Zum 21. Mal startet der FIFA World Cup, das bedeutendste Fußball-Turnier der Welt. Russland wird in Folge Austragungsort von 64 Spielen. 64 Spiele voller Emotionen, Leidenschaft und Kampfgeist. Aber auch 64 Spiele voll von Fitnesstracking und datenbasierter Spielanalyse. Dass die WM eines der beliebtesten Sportereignisse der Welt ist, ist nichts Neues. Dass jedoch Big Data auch im Fußball eine bedeutende Rolle spielt, überrascht die Meisten wahrscheinlich. Wie verändern diese strategischen Datenanalysen also den Fußball?

Datenbasierte Spielanalyse

Was in den USA, beispielsweise bei Basketballspielen oder im American Football, schon länger Realität ist, findet im Fußball nun auch Einzug. Mithilfe von hochauflösenden Kameras, die mindestens 25 Bilder pro Sekunde aufnehmen, wird jede einzelne Bewegung und Position jedes einzelnen Spielers erfasst. Dadurch entsteht vor allem eines: Eine enorme Menge an Daten.

Als erstes müssen also die für die Spielanalyse relevanten Informationen aus dem Datenberg herausgefiltert werden. Dass mehr Ballbesitz und mehr Pässe nicht unbedingt den Sieg zur Folge haben, zeigte sich spätestens beim 7:1 WM-Halbfinalspiel im Jahr 2014, bei dem Brasilien zwar deutlich öfter am Ball war, Deutschland aber dennoch haushoch gewonnen hat. Auch die Kilometer, die die Spieler insgesamt hinter sich legen, sagen nicht unbedingt etwas über das Endergebnis des Spiels aus. Messungen zeigen: Erfolgreich am Spielfeld ist unter anderem jenes Team, das mehr Kontrolle über den Raum unmittelbar vor dem Tor hat und das höhere Geschwindigkeiten hinlegt.

GPS, Fitness Tracking und Scouting

Aber nicht nur das Spiel wird bis auf kleinste Detail analysiert. Durch wearable technologies, wie beispielsweise GPS und Fitness Tracker, können beim Spieler selbst Geschwindigkeit, Pulsschlag oder Herzfrequenz erfasst werden. Bald könnte so also während des Spiels elektronisch ermittelt werden, wer ausgetauscht gehört.

Auch im Transfer sind die relevanten Spielerdaten von Bedeutung: anhand bestimmter Parameter suchen Scouts die besten Spieler für eine Position – und finden diese durch die wertvolle Datenanalyse in Sekundenschnelle.

Die Zukunft des modernen Fußballs

Die Digitalisierung wirkt sich also auch auf den Fußball aus. Was früher auf Erfahrung und Intuition basierte, stützt sich heute zu einem großen Teil auf Zahlen, Daten und strategische Analyse. Macht Big Data den Fußballtrainer also bald überflüssig? Wohl kaum. Die rausgefilterten Informationen unterstützen deren Arbeit aber von der Suche nach der optimalen Taktik bis hin zum Spielerwechsel enorm.

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Foto: pexels.com, pixabay, CC0